„Zuhause am Tempelhofer Feld“, das jüngst vorgestellte Konzept für eine der größten innerstädtischen Freiflächen der Welt, sieht am Rand des 300 Hektar großen Areals rund 21.400 Wohnungen vor. Nach Angaben der Initiatoren könnten damit perspektivisch rund 50.000 Menschen ein neues Zuhause finden, während 200 Hektar als zusammenhängende Wiesenfläche unangetastet blieben.

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Die Lage im S-Bahn-Ring gilt als verkehrlich attraktiv: Das Feld ist an die Ringbahn-Linien S41/S42 sowie die S46 und S47 angebunden. Dazu kommen die U-Bahn-Linien U6 und U8, die das Feld im Westen und Osten umschließen.

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Ringbahn: Schieneninfrastruktur ist „weitgehend ausgereizt“

Schon heute wird der Ringbahn-Abschnitt rund um Tempelhof viel genutzt. „Der Südring ist mit deutlich über 100.000 Fahrgästen täglich einer der nachfragestärksten Abschnitte im Ringsystem der Berliner S-Bahn“, erklärt ein Bahn-Sprecher auf Anfrage. „Die Ringbahn ist insbesondere in den Hauptverkehrszeiten stark nachgefragt, und die Kapazität der vorhandenen Schieneninfrastruktur ist durch die dichte Taktfolge weitgehend ausgereizt.“ Das bedeutet auch: „Eine nennenswerte Ausweitung des Verkehrs ist auf absehbare Zeit auf den genannten Abschnitten kaum möglich“, so der Sprecher. Deswegen würden bereits durchgängig „Vollzüge“ der neuen Baureihe 483/484 auf der Ringbahn fahren. Ein Vollzug besteht aus acht Wagen.

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Und die Infrastruktur ist nicht nur am Limit, sondern vielerorts auch modernisierungsbedürftig. Das trifft auch auf den S-Bahnhof Tempelhof zu, der in Zukunft erneuert werden soll. „Für die Modernisierung des Bahnhofs Tempelhof und die Schaffung eines zweiten Zugangs laufen Abstimmungen und Prüfungen zwischen dem Land Berlin und der DB InfraGO, insbesondere auch zur Finanzierbarkeit“, so der Bahn-Sprecher. Ein konkreter Zeitplan liege hierfür jedoch noch nicht vor. Zuletzt war von einer Umsetzung Anfang bis Mitte der 30er-Jahre die Rede – sodass die Bauarbeiten mit dem Einzug der neuen Bewohner des Tempelhofer Felds zusammenfallen können.

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Senatsverwaltung: Verkehrslage müsste erneut geprüft werden

Die U6 und U8 sind schon jetzt zwei der meistgenutzten Linien der Stadt. Besonders die U8 verzeichnete seit 2009 einen fast durchgehenden Nachfrageanstieg – von rund 236.000 auf zuletzt etwa 332.000 Fahrgäste täglich. Pro Stunde und Richtung kann die U6 heute in der Hauptverkehrszeit maximal 9800 Fahrgäste transportieren, bei der U8 sind es maximal 8500 Fahrgäste. So voll ist es in der Realität aber nicht. „Beide Linien sind auf den betreffenden Abschnitten aktuell in den Hauptverkehrszeiten durchschnittlich bis zu maximal circa 50 Prozent ausgelastet“, erklärt ein BVG-Sprecher mit Blick auf den Bereich ums Tempelhofer Feld.

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Um unter anderem eine noch höhere Kapazität zu ermöglichen, wird die U-Bahn-Linie U8 in den kommenden Jahren auf das System CBTC umgerüstet – unabhängig von den Plänen fürs Tempelhofer Feld. Dadurch könnten die Züge in kürzeren Abständen fahren. Die BVG spricht von bis zu 30 Prozent mehr Fahrten, die so stattfinden könnten. Die Technik soll auf der Linie 2032 in Betrieb gehen. Um dann tatsächlich mehr Züge fahren zu lassen, braucht es allerdings auch ausreichend Wagen und Personal.

Die Senatsverkehrsverwaltung äußert sich noch nicht zu möglichen Auswirkungen einer Bebauung des Tempelhofer Felds auf die umliegenden Verkehrsachsen. Zum jetzigen Zeitpunkt lägen keine fachlichen Bewertungen vor, heißt es. Bei konkreten Plänen – insbesondere zu Verteilung und Dichte der neuen Bevölkerung entlang des Feldrands – müsse die Verkehrslage aber in jedem Fall erneut geprüft und bei Bedarf nachjustiert werden.